{"id":24,"date":"2019-11-06T16:37:04","date_gmt":"2019-11-06T16:37:04","guid":{"rendered":"http:\/\/xn--freilichtbhne-hannmnden-lpcj.de\/?page_id=24"},"modified":"2025-08-16T09:29:41","modified_gmt":"2025-08-16T09:29:41","slug":"geschichte","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/xn--freilichtbhne-hannmnden-lpcj.de\/?page_id=24","title":{"rendered":"Geschichte der Freilichtb\u00fchne"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-medium\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"300\" src=\"https:\/\/xn--freilichtbhne-hannmnden-lpcj.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/d2be9e04-6e19-412c-ba9e-7583fa7e767e-300x300.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1748\" srcset=\"https:\/\/xn--freilichtbhne-hannmnden-lpcj.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/d2be9e04-6e19-412c-ba9e-7583fa7e767e-300x300.jpeg 300w, https:\/\/xn--freilichtbhne-hannmnden-lpcj.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/d2be9e04-6e19-412c-ba9e-7583fa7e767e-150x150.jpeg 150w, https:\/\/xn--freilichtbhne-hannmnden-lpcj.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/d2be9e04-6e19-412c-ba9e-7583fa7e767e-768x768.jpeg 768w, https:\/\/xn--freilichtbhne-hannmnden-lpcj.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/d2be9e04-6e19-412c-ba9e-7583fa7e767e-100x100.jpeg 100w, https:\/\/xn--freilichtbhne-hannmnden-lpcj.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/d2be9e04-6e19-412c-ba9e-7583fa7e767e.jpeg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure><\/div>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.freilichtbuehne.org\/images\/freilichtbuehne_alt.jpg\" alt=\"\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n<p class=\"has-background\" style=\"background-color:#eaeef0\">Bereits 1929 wurde der Bau einer Freilichtb\u00fchne in einem Steinbruch der F\u00f6rsterei K\u00f6nigshof in M\u00fcnden beschlossen.<br>Der Freiwillige Arbeitsdienst hat 1932 mit den Arbeiten f\u00fcr die Freilichtb\u00fchne begonnen. Er hatte seinen gedanklichen Ursprung im Gesetz \u00fcber den vaterl\u00e4ndischen Hilfsdienst, das w\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges Anfang Dezember 1916 erlassen wurde.<br>Nach dem Kriege wurde der Arbeitsdienstgedanke wieder aktuell, als seit 1929 im Zuge der Weltwirtschaftskrise die Arbeitslosenzahlen bis 1932 auf mehr als sieben Millionen anstiegen.So kam es im Sommer 1931 zu einem Gesetz \u00fcber die Einf\u00fchrung eines freiwilligen Arbeitsdienstes. Er sollte den Arbeitslosen, insbesondere solchen jugendlichen Alters, erm\u00f6glichen, ihre brachliegende Arbeitskraft &#8211; ohne Eingehung eines Arbeitsverh\u00e4ltnisses \u2013 in selbstgew\u00e4hlter, ernster Gemeinschaftsarbeit unter sachkundiger Leitung in n\u00fctzlichen Arbeiten, die sonst nicht in Angriff genommen w\u00fcrden, zu bet\u00e4tigen und aus der Arbeit selbst sowie durch nebenhergehende Bildungsma\u00dfnahmen k\u00f6rperliche und geistige Schulung zu empfangen.<br>Im Laufe des Jahres 1932 entwickelte sich eine Tendenz, nur noch geschlossene Arbeitslager zu bilden. In M\u00fcnden und Umgebung wurden mehrere Arbeitslager eingerichtet. Eines davon richtete der Verein f\u00fcr Freiwilligen Arbeitsdienst ein, der vom arbeitslosen Diplom-Ingenieur Peter Sander gegr\u00fcndet worden war.<br>Als Unterkunft diente ein leerer Maschinensaal der Firma Haendler &amp; Natermann in der Fuldabr\u00fcckenstra\u00dfe.Das Arbeitsvorhaben, den Bau einer Freilichtb\u00fchne, soll &#8211; wie Sander mehr als 50 Jahre sp\u00e4ter berichtete &#8211; der F\u00f6rster Philipp Schrage vorgeschlagen haben, in dessen Revier es verwirklicht werden sollte.Wahrscheinlich ging der Plan letztlich aber wohl vom M\u00fcndener Verkehrsverein aus, der im September 1932 eine vorbereitende Besprechung zur Schaffung einer Freilichtb\u00fchne f\u00fcr Auff\u00fchrungen im kommenden Sommer veranstaltete, der eine Informationsveranstaltung im Januar 1933 folgte. Dahinter stand auch die Erinnerung an die Auff\u00fchrungen im Freien bei den M\u00fcndener Heimatfesten 1897 und 1909.<br>Die Nationalsozialisten waren an den gedanklichen und praktischen Vorbereitungen des Projekts zumindest nicht direkt beteiligt.<br>Wenn aber Sander 1987, nachdem der &#8211; im Ansatz steckengebliebene &#8211; Gedanke einer Wiederbelebung der Freilichtb\u00fchne aufgekommen war, erkl\u00e4rte, der mit der Durchf\u00fchrung des Baues beauftragte Freiwillige Arbeitsdienst des Lagers Tannenkamp sei politisch, konfessionell und wirtschaftlich unabh\u00e4ngig gewesen, so ist dies insofern problematisch, als Sander 1932 Ortsgruppenpropagandaleiter der NSDAP in M\u00fcnden war.&nbsp;Der Verkehrsverein beantragte und erhielt im April 1933 die Zulassung als Schauspielunternehmen, um ein Ensemble des G\u00f6ttinger Stadttheaters zu verpflichten und au\u00dferdem eine Laienspielgruppe zur Auff\u00fchrung von vaterl\u00e4ndischen und Heimatspielen zu gr\u00fcnden und schloss mit dem Forstamt Kattenb\u00fchl einen Pachtvertrag f\u00fcr das Gel\u00e4nde der Freilichtb\u00fchne ab.<br>Sie wurde allerdings jetzt nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 rasch von ihnen ideologisch vereinnahmt.<br>Sie inszenierten im April 1933 eine feierliche Grundsteinlegung, obwohl die Bauarbeiten schon weit fortgeschritten waren, und lie\u00dfen ihr bereits langj\u00e4hriges Mitglied Pastor Knoke als Hauptredner auftreten, der die B\u00fchne als k\u00fcnftige Plattform f\u00fcr eine aus dem deutschen Blute geborene &#8211; der deutschen Seele frommende &#8230; heilige deutsche Kunst pries.<br>Unter Marschmusik zogen die M\u00fcndener SA, SS, der Arbeitsdienst Tannenkamp und die vereinigten M\u00e4nnergesangvereine des Deutschen S\u00e4ngerbundes nur sechs Wochen sp\u00e4ter zur Einweihungsfeier der B\u00fchne, die jetzt als nationalsozialistische Sch\u00f6pfung gefeiert wurde.<br>Zum Abschluss wurden von Berufsschauspielern aus G\u00f6ttingen in den Hauptrollen einige Szenen aus Friedrich Schillers Wilhelm Tell aufgef\u00fchrt, w\u00e4hrend Mitglieder der SA-Reserve als Statisten mitwirkten.<br>Freilich waren die braunen Machthaber immer noch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig zur\u00fcckhaltend aufgetreten.<br>Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr m\u00f6gen darin gelegen haben, dass die Nationalsozialisten nicht die Urheber der B\u00fchne waren und dass sie angesichts der vergleichsweise sehr starken Arbeiterbewegung in M\u00fcnden (Gewerkschaften, SPD und KPD) die Ablehnung eines gro\u00dfen Teils der M\u00fcndener Bev\u00f6lkerung f\u00fcrchteten.&nbsp;Das ung\u00fcnstige soziologische Umfeld in M\u00fcnden war vermutlich auch ausschlaggebend daf\u00fcr, dass die nationalsozialistische Nieders\u00e4chsische<br>Spielgemeinschaft f\u00fcr nationale Festgestaltung es ablehnte, die B\u00fchne zu einer Thingst\u00e4tte umzuwandeln.&nbsp;Mit der Thingbewegung, die 1934 ihre H\u00f6hepunkt erreichte, versuchten die Nationalsozialisten, ankn\u00fcpfend an den Thing, die germanische Volksversammlung, eine Theaterform zu schaffen, in der Thingspiele als Mischform von Kundgebung und politischem Massentheater der nationalsozialistischen Propaganda von der Volksgemeinschaft sichtbaren Ausdruck geben sollten.<br><br>Erste Spielzeit<br><br>In der ersten Spielzeit 1933 wurden vier Lustspiele, ein Schauspiel und nur ein Volksst\u00fcck mit deutlich nationalsozialistischem Bezug aufgef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"808\" height=\"603\" src=\"https:\/\/xn--freilichtbhne-hannmnden-lpcj.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Wenn-der-Hahn-kr\u00e4ht.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-327\" srcset=\"https:\/\/xn--freilichtbhne-hannmnden-lpcj.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Wenn-der-Hahn-kr\u00e4ht.jpg 808w, https:\/\/xn--freilichtbhne-hannmnden-lpcj.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Wenn-der-Hahn-kr\u00e4ht-300x224.jpg 300w, https:\/\/xn--freilichtbhne-hannmnden-lpcj.de\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/Wenn-der-Hahn-kr\u00e4ht-768x573.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p><br>Auch nachdem 1934 der nationalsozialistische Einfluss auf die B\u00fchne von Seiten der \u00f6rtlichen NS-Kulturgemeinde gr\u00f6\u00dfer geworden war und auch nachdem sie 1936 von der Stadt und damit vollends in nationalsozialistische Regie \u00fcbernommen worden war, blieb der Anteil an nationalsozialistischen Zeitst\u00fccken vergleichsweise gering.<br>W\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs fanden nur noch vereinzelt Auff\u00fchrungen oder Kundgebungen statt.<br><br><br>Von Dr. Johann D. von Pezold<br>Quelle:&nbsp;<a href=\"http:\/\/regiowiki.hna.de\/Freilichtb%C3%BChne\">HNA Regiowiki<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/freilichtb\u00fchne-hannm\u00fcnden.de\/?page_id=480\">Zeitdokumente aus dem 3. Reich<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits 1929 wurde der Bau einer Freilichtb\u00fchne in einem Steinbruch der F\u00f6rsterei K\u00f6nigshof in M\u00fcnden beschlossen.Der Freiwillige Arbeitsdienst hat 1932 mit den Arbeiten f\u00fcr die Freilichtb\u00fchne begonnen. 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